ÖBB: Exkursion „Ticketshop“ & IT in der Mobilitätskette

23.02.2017

Am 23. Februar 2017 gewährten zahlreiche Expert/inn/en der Personenverkehr AG den Informatiker/inne/n der TUtheTOP-Gruppe der ÖBB spannende Einblicke in die IT-Systeme am Zug und in der gesamten Mobilitätskette.

Noch bevor Thomas Tausch seine Begrüßungsworte sprach, war uns klar, dass in diesem Haus des Fachbereichs „Digitale Mobilität“ in der Pottendorferstraße in Wien Meidling agile Software-Entwicklung gelebt wird. Die bunten Post-Its und Raster der Kanban-Tafeln waren allgegenwärtig. In diesen Gängen, Büro- und Seminarräumen wird an einem österreichweit einzigartigen, und in der Branche europaweit beachteten Programm gearbeitet – dem ÖBB-„Ticketshop“. Ziel ist es, die unterschiedlichen Vertriebswege des Ticketverkaufs zu vereinheitlichen und damit verbundene Prozesse und Serviceleistungen zu modernisieren. Thomas Wilfling und Mario Sparrer präsentierten Herausforderungen in Design und Entwicklungsprozess, eingesetzte Methoden und Technologien und beantworteten offen unsere zahlreichen Fragen. Schlussendlich konnte ein Verkaufsautomat mit neuer Software ausprobiert werden, der freundlicherweise sowohl Ticket als auch das eingeworfene Geld ausgab. Nach Angaben der Entwickler/innen dient dieses Feature allerdings nur zu Testzwecken und wird leider nicht in ganz Österreich ausgerollt.

Den zweiten Teil des Vormittags bildete ein Vortrag von Michael Stadler und Werner Lorenz zum Thema Abweichungsmanagement, der uns sowohl einen Eindruck von der Bandbreite nötiger Eingriffe in die Disposition im Personenverkehr als auch die dahinterstehenden Koordinationsmechanismen verschaffte.

Am Nachmittag ging es dann auf Reisen – zuerst ins Reisezentrum am Wiener Hauptbahnhof, wo uns Martin Krammer und Jakob Pfeffer bereits erwarteten. Dort sowie in der ÖBB Club Lounge präsentierte Martin Krammer kleinere Serviceinnovationen und lieferte Erklärungen zu den unterschiedlichen Typen von Fahrgastinformationssystemen sowie zur Schwierigkeit, diese zu synchronisieren.

Richtig bewegt wurde es im Anschluss, als uns die beiden die Installationen der Informationssysteme direkt im Zug, auf der Fahrt mit dem „Railjet“ nach Wiener Neustadt, zeigten. Ein Schwerpunkt lag dabei auch auf dem neuen Service „WLAN im Railjet“, das von Jakob Pfeffer betreut wird, und unter anderem die Übertragung der Fußball-Europameisterschaft des vergangenen Jahres in den Zügen ermöglichte, was zu zahlreichen Anfragen internationaler Bahnunternehmen nach Transfer von Know-how führte.

Um ein besseres Verständnis der Evolution der Fahrgastinformation zu schaffen, ging es von Wiener Neustadt in einem etwas älteren „Desiro“-Triebwagen weiter zum Bahnhof Edlitz-Grimmenstein. Auch wenn der Kontrast in Punkto Leistung und Informationsumfang groß war, wurde doch ein im Laufe des Tages immer wiederkehrendes Thema deutlich: Damals wie heute zählt vor allem die Zuverlässigkeit der eingesetzten Hard- und Software. Diese zu gewährleisten ist eine tägliche Herausforderung an die Ingenieur/inn/e/n und Projektentwickler/innen.

Die Rückfahrt aus Grimmenstein in den Elektroautos des Rail & Drive-Konzepts rundete unseren Streifzug durch die Mobilitätskette ideal ab und sollte noch einmal unter Beweis stellen, dass der Servicegedanke für die ÖBB Group nicht an der Bahnsteigkante endet. Das gilt auch als Botschaft an die Teilnehmer/innen und ist etwas, das jede/r von uns persönlich von diesem Tag mit nach Hause nimmt.

Autor: Michael Zawrel

Fotos: Maximilian Autengruber

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